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Perique - Dreams from the Bayou

Moin,
heute soll es mal um den "Perique-Tabak" gehen. Weitere Infos könnt ihr gerne hier posten, aber auch Diskussionen über den Tabak und/oder Blends mit Perique sind erwünscht! :-)
Die Ursprünge des Periques
Perique… die einen lieben ihn, den anderen stinkt er – wortwörtlich! Aber was genau ist dieses mystifizierte und glorifizierte Kraut eigentlich? Woher kommt es?
»Perique« ist nämlich nicht wirklich eine Tabakvarietät per se, sondern eine Art Tabake zu verarbeiten. Perique ist ein Spross von meinem heißgeliebten Burley-Tabak! In diesem Fall sogar der seltenere rote Burley!
Seine Ursprünge hat der Perique in Saint James Parish in Louisiana, aber erstmals wurde er vor über 400 Jahren von Choctaw- und Chickasaw-Indianern hergestellt. Die hatten ihn aber noch nicht »Perique« getauft, der Name stammt von dem Mann, der mutmaßlich den ersten Perique hergestellt hat und keinem Indianerstamm zugehörig war: Pierre Chenet, ein Farmer! Im spanischen ist »Perique« der Kosename für »Pierre«.
Die Karte von Louisiana in den USA. Rot markiert St. James Parish - die Heimat des Louisiana Periques
Quelle: Wikimedia Commons
Perique im Pfeifentabak
Die einen sprechen ihn »Pe-rihk«, die anderen »Pe-rihk-e«… und unzählige Pfeifentabak Blends sind gewürzt mit dem eigensinnigen, fast mystischen Kraut. Besonders beliebt ist es, den Perique mit Virginia zu »Va/Per-Blends« (Virginia-Perique) zu mischen. Meistens liegt der Perique-Anteil solcher Blends zwischen 5-15%. Aber es gibt auch „Perique-Bomben“ mit 20, 30, 40 oder sogar 50% Perique-Anteil! Man sagt dem Perique nach ein „Chamäleon“ zu sein, weil er sehr verschiedenen in einem Pfeifentabak wirken und schmecken kann.
Bei „normaler“ Mischung von 5-15% gibt er dem Tabak eine pfeffrige und fruchtige Komponente, die viele mit Pflaume und Feigen umschreiben. Wird er in höheren Anteilen gemischt wird er sehr pfeffrig, fast scharf, verliert seine markante Fruchtnote und schmeckt etwas „modrig-muffig“ – das ist dann schon eher Geschmackssache, aber ich habe auch schon Blends mit 40-50% Perique geraucht und sehr gemocht! Purer Perique riecht sehr modrig, etwas muffig und hat nichts von der süßen Pflaumennote in Va/Per-Blends gemein!
Ein paar Blends mit Perique die mir sehr gut schmecken sind z.B. der Bayou Morning Flake von Cornell & Diehl (ein Va/Per mit höherem Perique-Anteil) oder der Klassiker, die Cabbies Mixture von Samuel Gawith (auch ein Va/Per mit moderatem bis niedrigen Perique-Anteil). Das sind Beispiele für klassische »Va/Per-Blends«. Dann gibt es die „Perique-Bomben“, wie TAK’s Black & Gold, der mit imposanten 40%-Perique daherkommt (dabei aber sehr angenehm ist, weil er mit viel Black Cavendish ausbalanciert wird), oder Tom´s Dark Twist, auch von TAK mit irrsinnig erscheinenden 50% Perique gemischt mit 50% Dark Fired Kentucky, der wirklich eher ein Nischentabak für die ist, die es sehr würzig mögen. Auch in englische Mischungen gemischt spielt der Perique seine Stärken gekonnt aus und harmoniert wunderbar mit der Würze von Latakia und Orient, wie z.B. in Dunhills Nightcap, oderdem Khoisaan von HU-Tobacco.
Ein Tabak mit sehr niedrigem Perique-Anteil (5%), in dem der Perique zwar im Namen ist, aber im Blend selbst nur eine sehr hintergründige Rolle spielt ist z.B. der Acadian Perique von Mac Baren. Acadian Perique? Heißt es nicht sonst »St. James Perique« oder »Louisiana Perique«…?!
Perique ist nicht gleich Perique! Es gibt den „Genuine St. James Perique“ aus Louisiana, aber auch den „Acadian Perique“.
Acadian Perique vs. St. James Perique
Der „originale“ »St. James oder Louisiana Perique« kommt, wie der Name schon suggeriert aus St. James, Louisiana. Dort wird der Rohtabak im »Golden Triangle« angebaut und zu »St. James Perique« verarbeitet. Der Boden dort ist sehr fruchtbar und feucht, was den Anbau des Tabaks nicht immer leicht gestaltet. Er ist sehr anfällig für Krankheiten und Parasiten und manchmal fallen dadurch ganze Ernten aus! Die Stecklinge werden im Winter in einem Gewächshaus vorgezogen und dann im Frühling nach draußen versetzt. Der Rohtabak wird an der Luft getrocknet, bevor der „Perique-Prozess“ beginnt. Die luftgetrockneten Tabakblätter werden wieder etwas befeuchtet und in große Whiskyfässer gepackt. Mit hohem Druck werden die Tabakblätter von oben gepresst, sodass die Tabaksäfte austreten und die Temperatur sich auf natürliche Weise erhöht. Durch die erhöhte Temperatur beginnt ein Fermentationsprozess der Tabaksäfte. Nach einer Weile wird der Tabak „gedreht“, das Fass wird geöffnet, der Tabak andersherum geschichtet und darf dann einen (oder mehrere) weiteren Pressvorgang genießen. Ein sehr aufwändiger Vorgang, der Zeit, Mühe und Liebe kostet… dafür aber in einem charakterstarken, einzigartigen Tabakprodukt mündet!
Der »Acadian Perique« ist ein Ableger des Periquetabaks und erhält seinen Namen von den Akadiern, den Nachkommen französischer Siedler aus dem Pitou in der Bretagne. Weil der Rohtabak so fragil war bzw. ist, kamen einige Farmer auf die Idee andere Rohtabake zu Perique zu verarbeiten. Sie werden dem gleichen Prozess unterzogen und dann mit dem „echten Perique“ vermischt. Dieser sogenannte »Acadian Perique« ist auch heute noch sehr oft in Gebrauch, ganz einfach deswegen, weil der originale Perique aus St. James sehr kostbar und teuer ist. Deswegen greifen die meisten Blender zum kostengünstigeren Acadian Perique.
Manche nennen den Acadian Perique auch verächtlich „falschen Perique“, denen sollte aber gesagt sein, dass „echter Perique“, also der mit dem Rohtabak aus Louisiana in St. James Parish hergestellt ist, schon seit einigen Jahrzehnten nur noch in kleineren Mengen hergestellt wird! Die Chancen sind also sehr hoch, dass euer Tabak mit Perique den Acadian Perique beigemischt bekommen hat!
"Dark Fired Perique" und Perique-Schnaps?!
Es gab auch mal einen Versuch Perique aus Dark Fired Kentucky herzustellen, welcher dann »Acadian Black« getauft wurde und die Vorzüge des Periques (süße Fruchtigkeit und pfeffrige Würze) mit der herben Rauchigkeit des feuergetrockneten Kentuckys vereint. Für mich als Liebhaber von Dark Fired Kentucky und Perique klingt das wirklich traumhaft… den „schwarzen Acadian“ habe ich bisher aber nirgends finden können. Auch gab es mal einen Zigaretten-, bzw. Drehtabak von der Marke American Spirit, den PowWow-Blend, der als einziger mir bekannter Drehtabak Perique enthält! Der Destillateur Ted Breaux brennt einen »Perique Liqueur de Tabac«, einen Likör mit Perique…na, wenn der so gut schmeckt wie der Tabak, wieso nicht?! ;-)
Love it or hate it!
Wie gesagt.. die Einen lieben ihn, die Anderen hassen ihn...! Ein wirklich einzigartiges Kraut… meiner Meinung nach verdient er seinen guten, fast mystischen Ruf allemal und ist ein wunderbares Stück Tabak(-geschichte), dass uns hoffentlich auch noch für die nächsten Jahrhunderte erhalten bleibt! Ob in kleinen, sparsamen Dosen, oder "volles Rohr Perique" in Anteilen über 30%... der Perique ist wohl einer der einzigartigsten Tabake der Pfeifenwelt!
Liebe Grüße,
Deniz



Tja, da zähle ich dann wohl eindeutig zu den "Hassern" - zumindest im Augenblick.
Für mich ist dieser Tabak einfach zu sauer und bissig.
Den Kaltgeruch reinen Periques finde ich allerdings seeeeehr angenehm und hat für mich was von richtig leckerer, frisch gerollter Zigarre.
Aber vom Geschmack her...
#5 RE: Perique - Dreams from the Bayou

@Deniz Ich kann natürlich nicht wissen ob Du den Mac Baren HH Acadian Perique schon probiert hast, aber von der Beschreibung her müsste Der bestens in dein "Beuteschema" passen.

@Rookie1961 danke für den Tipp, aber den habe ich schon probiert und noch ne halbe Dose von hier! Nichts für jeden Tag, aber zwischendurch sehr lecker! Obwohl er "Acadian PERIQUE" heißt finde ich der Perique ist eher im Hintergrund (glaube 5% sollen nur drin sein).

Stimmt, Perique ist nichts für jedermann aber zusammen mit Virginias in moderaten Dosen sehr lecker für mich! Die süß-saure Kombination gefällt mir sehr! Den TAK Back & Gold habe ich auch daheim. Allerdings ist das schon grenzwertig, sodass ich davon nur ab und an nasche. Bei 40% Perique-Anteil könnte man aber deutlich "schlimmeres" erwarten.

@Hobbit stimmt, bei 40% Perique erwartet man etwas Unrauchbares!
Mir schmeckt er sehr gut, aber ich rauche ihn trotzdem eher seltener, einfach weil das Aroma so intensiv ist. Schön nach einem leckeren Essen, bei Sonnenschein und nem kühlen Glas Wasser.

Ich habe den Perique meist gemieden, eben wegen des Aromas. Jetzt als Beigabe im Bad Nuns II (danke nochmals @Jean ) mit niedlichen 5% schmecke ich ihn durch, jedoch auf eine angenehme Art und Weise. Vielleicht versuche ich ihn auch in anderen Mischungen nochmal
Beste Grüße
Der Nils

Heyho,
@Deniz auch dieser Beitrag ist wieder sehr informativ und es hat Spaß gemacht ihn zu lesen.
Ich liebe ihn in niedrigen Dosierungen bis 15 % und mag wechsel aus pfeffrig und fruchtig. Bei höheren Dosen wie in Am5B7 von TAK empfinde ich ihn allerdings als scharf bis bissig und mag ihn dann nicht mehr so.
Greetz Marian
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